Schenkung
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Schenken statt Vererben

Die eigene Immobilie noch zu Lebzeiten weitergeben

Wer eine Immobilie besitzt und sie den eigenen Nachkommen überlassen möchte, hat zwei Optionen: Eltern und Großeltern beispielsweise können ihr Haus oder ihre Wohnung an ihre Kinder und Enkel vererben – oder sie geben sie noch zu Lebzeiten in Form einer Schenkung an sie weiter.

Im Laufe des eigenen Lebens sammelt sich so einiges an – unter anderem auch Vermögenswerte, manchmal auch Immobilien. Viele Menschen möchten den eigenen Kindern schon zu Lebzeiten etwas davon schenken. In diesem Fall spricht man von einer vorweggenommenen Erbfolge. Hierfür gibt es viele Beweggründe, mitunter auch der Wunsch, die Erbschaftssteuer zu sparen. Doch auch eine Schenkung wird vom Fiskus besteuert – sollte sich der Wert der Schenkung nicht innerhalb der geltenden Freibeträge bewegen. Den eigenen Kindern können Eltern alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Bei Ehepartnern sind es sogar bis zu 500.000 Euro, auf die in einem 10-Jahreszeitraum keine Steuern anfallen.

Auf kompetente Beratung setzen

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Wer sich entscheidet, Grundeigentum zu verschenken, muss dazu die Dienste eines Notars oder einer Notarin in Anspruch nehmen. „Nach deutschem Recht müssen alle Verträge, mit denen eine Immobilie übertragen werden soll, notariell beurkundet werden. Das gilt für Schenkungs- genauso wie für Kaufverträge“, erklärt die Präsidentin der Bremer Notarkammer, Dr. Monika Beckmann-Petey. Sie macht darauf aufmerksam, dass die Schenker immer prüfen sollten, ob sie die Immobilie vollständig aus der Hand geben möchten oder ob sie sich zum Beispiel einen Nießbrauch oder ein Wohnungsrecht vorbehalten möchten. „Ferner werden sie überlegen müssen, ob sie sich die Rückübertragung der Immobilie unter bestimmten Umständen sichern möchten. Die Notarinnen und Notare beraten dabei gern“, sagt Beckmann-Petey.

Laut der Fachfrau fallen bei einem Nießbrauch Eigentum und Nutzungsmöglichkeit bei einer Immobilie auseinander. „Die Nutzungsmöglichkeit liegt nicht bei den Eigentümern, sondern bei den Nießbrauchern. Nur sie können die Immobilie vermieten oder selbst bewohnen, müssen dafür aber auch bestimmte Kosten tragen“, erklärt die Notarin. Ein Nießbrauch wird ihr zufolge häufig im Wege der vorweggenommenen Erbfolge vereinbart: Die Eltern übertragen das Eigentum an einer Immobilie auf die Kinder und behalten sich den Nießbrauch vor, sodass sie weiterhin in dem Haus oder der Wohnung bleiben oder die Mieteinkünfte einnehmen können.

Gemischte Schenkung: Immobilie zum Familienpreis verkaufen

Wer seinen Kindern oder anderen Verwandten den Start als Hauseigentümer erleichtern will, bietet ihnen das Objekt oft zu einem günstigen Preis an. Doch Vorsicht: Auch hier kann Schenkungssteuer anfallen. Denn ein Geschäft, bei dem die Empfänger der Immobilie zwar einen Geldbetrag an die Veräußerer zahlen, diese Summe aber unter dem Wert der Immobilie liegt, wird als „gemischte Schenkung“ bezeichnet. Die Differenz zwischen dem vereinbarten Kaufpreis und dem eigentlichen Verkehrswert der Immobilie unterliegt in diesem Fall der Schenkungssteuer.

Alle wichtigen Begriffe rund um die Finanzierung Ihrer Traumimmobilie finden Sie in unserem ABC der Baufinanzierung.

Autorenbild Katharina Resmer

Von Katharina Resmer

In bin in Niedersachsen geboren, in Bremen-Nord aufgewachsen, habe in Hamburg zu mir selbst gefunden – und bin nun endlich wieder in der kleineren Hansestadt angekommen, um zu bleiben. Wandern, Fahrradfahren und Tagträumen – all das klappt ganz wunderbar in der neu-alten Heimat.

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