Haus bauen – Planung
Getty Images

Ich möchte ein Haus bauen – was muss ich wissen?

Vom Grundstück über Bauträger bis zur Energieeinsparverordnung: Der umfassende Ratgeber, wenn Sie ein Haus bauen möchten.

Sie haben sich dafür entschieden, zu bauen? Oder spielen Sie schon länger mit dem Gedanken an Ihr kleines Traumhaus, den perfekten Rückzugsort? Das finden wir gut. Denn die Wohnqualität ist für die Lebensqualität entscheidend.

Wir wissen, dass ein Haus kein kleines Projekt ist. Nicht nur die Baufinanzierung ist wichtig, sondern auch alles rund um das Bauprojekt: Grundstück, Behörden, Versicherungen, Handwerker. Am Anfang haben Sie als Bauherrin sicherlich viele Fragen. Gut so! Wir hören in unseren Beratungsgesprächen viele wichtige, berechtigte und gute Fragen, wenn unsere Kunden ein Haus bauen möchten. Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema „Haus bauen“ hat Simone Küchelmann in diesem Ratgeber zusammengefasst.

  • Inhaltsverzeichnis

    Das müssen Sie wissen zum Thema „Haus bauen“:
Haus bauen – Planung
Ich möchte ein Haus bauen – was muss ich wissen?

Fragen Sie Simone Küchelmann oder unsere weiteren Expertinnen und Experten rund um das Thema Baufinanzierung!

Termin vereinbaren

Warum sollte ich ein Haus bauen und keine Bestandsimmobilie kaufen?

In unseren Beratungsgesprächen werden wir oft gefragt, was die Vorteile eines Neubaus gegenüber einer Bestandsimmobilie sind. Nun, wenn Sie das große Projekt „Hausbau“ angehen, haben Sie drei Vorteile, die wir auch in unseren Beratungsgesprächen gerne betonen:

  1. Ein Neubau hat eine viel längere Abnutzungszeit, in der Sie kein oder nur sehr wenig Geld in Ihre Immobilie stecken müssen. Neubauten sind technisch auf dem neuesten Stand. Bei einer Bestandsimmobilie müssen Sie fast immer noch einmal Hand anlegen. Sie müssen mehr und früher renovieren oder sogar sanieren – das sind schwer kalkulierbare Kosten.
  2. Wenn Sie ein Haus bauen, haben Sie immer 5 Jahre Gewährleistung nach Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen. Bei einer Bestandsimmobilie haben Sie diese Sicherheit nicht. Bestandsimmobilien werden gekauft wie gesehen, wie bei einem Gebrauchtwagen.
  3. Bei einem Neubau haben Sie die Sicherheit, dass alle Hausbau-Kosten im Vorfeld ermittelt sind. Es gibt keine bösen Überraschungen, wie bei einer Bestandsimmobilie. Sie finden kein verstecktes Asbest, keinen Schimmel hinter der Tapete. Sie geraten in keinen teuren, zeitintensiven Rechtsstreit mit dem Vorbesitzer.

Der erste Schritt, wenn Sie ein Haus bauen: Wie finde ich ein Grundstück?

Haus bauen – Grundstück
Bauland zu finden ist gerade in Ballungszentren eine Herausforderung. Getty Images

Die kurze Antwort: Reflektieren Sie, was Sie (nicht) wollen und wie Sie (nicht) wohnen möchten. Ein guter Tipp: Hören Sie sich bei Freunden und Bekannten um, also in ihrem sozialen Umfeld. Das ist oft der beste Weg direkt oder um mehrere Ecken zu Ihrem Traum-Grundstück.

Die ausführliche Antwort:

Ihr Entschluss steht fest und Sie möchten für Ihr Traumhaus völlige gestalterische Freiheit? Am liebsten selbst beim Bau zusehen – oder sogar selbst anpacken? Dann ist das Baugrundstück der erste Schritt. Sie könnten mit einer Suchmaschine digital nach freien Baugrundstücken und Baulücken suchen. Aber es gibt Regionen, in denen die Baugrundstücke rar sind – etwa in Bremen. Da hilft es, wenn Sie gezielter suchen.

Wir haben festgestellt, dass für eine gezielte Suche nach einem Baugrundstück diese beiden Fragen zentral sind:

  1. Welche Stadtteile kommen überhaupt infrage? In welchem Umfeld möchten Sie wohnen? Sind Sie eher jemand für das „Viertel“ (östliche Vorstadt) oder für Oberneuland oder Bremen-Nord?
  2. Ist Ihnen eine urbane Lage wichtig oder mögen Sie eher eine suburbane, ländlichere Lage? In Bremen ist das der berühmte Speckgürtel um die Stadt. Damit verbunden ist die Frage: Ist ein langer Weg zur Arbeit vertretbar oder legen Sie Wert auf kurze Strecken?

Wenn Sie diese Fragen geklärt haben, kann es mit der Suche endgültig losgehen. Unsere Erfahrung zeigt, dass Mundpropaganda in begehrten Regionen die Erfolgsaussichten erhöht.

Erzählen Sie jedem, dass Sie ein Haus bauen möchten und ein Grundstück suchen.

Und auf Basis der beiden oben genannten Fragen: Erzählen Sie, wo genau Sie ein Haus bauen wollen und ein Grundstück suchen. Streuen Sie Ihren Wunsch in verschiedenen sozialen Kreisen: im Kindergarten, Elternbeirat, auf der Arbeit, in der Nachbarschaft, bei Verwandten, Freunden und Bekannten. Das funktioniert häufig besser als überlaufene Wartelisten. Gerade in Bremen, wo doch bekanntlich (fast) jeder jeden kennt.

„Eine Freundin vor mir hat einfach an jedem leeren Grundstück gehalten und bei den Nachbarn nach Infos zum Eigentümer gefragt. Hat funktioniert!“

Simone Küchelmann, Sparkasse Bremen

Natürlich können Sie sich auch direkt an einen oder mehrere Makler wenden. Unser Tipp für Ballungsräume wie Bremen ist aber: mit einem Bauträger zusammenarbeiten.

Ein Haus bauen in Bremen? Nutzen Sie die Baulücken-Übersicht der Stadt Bremen

Eine Baulücke ist ein unbebautes Grundstück zwischen zwei bebauten Grundstücken – in Abgrenzung zum Grundstück auf weiter Flur. Seit 2019 gibt es für die Stadt Bremen eine ständig aktualisierte Übersicht der bestehenden Baulücken. Hier können Sie ganz gezielt nach Baugrundstücken in Bremen stöbern.

Sie haben ein potenzielles Grundstück gefunden? Das sollten Sie als Nächstes klären:

Die ersten Fragen bei einem freien Grundstück sind:

  • Darf ich dort bauen?
  • Was darf ich dort bauen?
  • Wie groß und hoch darf ich dort bauen?
  • Liegen irgendwelche Altlasten auf dem Grundstück, also etwa verschmutzter Boden?
  • Wie viel Abstand muss ich bei einer Baulücke zum Nebengebäude wahren?

Die wichtigsten Anlaufstellen für Informationen beim Grundstückskauf sind das Bauordnungsamt, die Gemeindeverwaltung oder das Stadtplanungsamt.

Die können Ihnen sagen, ob ein Grundstück überhaupt freies Bauland ist oder ob es sich um Bauerwartungsland handelt. Bauerwartungsland gehört zum Einzugsbereich eines Bebauungsplanes und hat andere rechtliche Bedingungen als normales baureifes Land. Hierzu informieren Sie sich am besten direkt beim zuständigen Amt. Wenn Sie ein Haus in Bremen bauen möchten, ist das Bauordnungsamt.

Der Bebauungsplan gibt vor, wie ein Gebiet bebaut werden soll. Er soll einer chaotischen städtischen Bebauung vorbeugen und so das Stadtbild ansprechend formen. Der Bebauungsplan regelt übergeordnet die ungefähre Bauweise und Nutzung des ausgewiesenen Baulandes. Er kann aber auch Details regeln: Dachneigung, maximale Geschossanzahl, Fassadengestaltung. Es ist daher für jeden Bauherren unverzichtbar, den Bebauungsplan zu kennen.

Der Bebauungsplan ist übrigens für Bauherren meistens positiv, selbst wenn er kleine Einschränkungen enthält. Denn wenn kein Bebauungsplan vorliegt, braucht das zuständige Amt einen Bauantrag und muss diesen einzeln und sehr genau prüfen. Das kann mehrere Wochen dauern. Einen Bauantrag darf nur ein eingetragener Architekt vorlegen.

Haus bauen – Planung
Ich möchte ein Haus bauen – was muss ich wissen?

Die Sparkassen-Immobilienfinanzierung macht den Bau, den Kauf oder das Modernisieren einfach. Profitieren Sie von flexiblen Laufzeiten und einer schnellen Bearbeitung Ihres Antrages.

Termin vereinbaren

Beauftragen und schlüsselfertig einziehen: Was ist ein Bauträger und was macht der?

Die kurze Antwort: Der Bauträger soll Ihnen am Ende einen Schlüssel für Ihr fertiges Haus in die Hand drücken – er ist das Gesamtpaket unter den Bau-Dienstleistern. Der Bauträger baut auf einem eigenen Grundstück eine Immobilie und verkauft dann in einem einheitlichen Vertrag Grundstück und Immobilie an Sie. Mehr zum Bauträger lesen Sie hier.

Die ausführliche Antwort:

Haus bauen – Bauträger
Ein Bauträger übernimmt fast alle Aufgaben des Bauprojektes, vom Grundstück über die architektonische Planung bis zum Bau selbst. Getty Images

Unsere Kunden suchen in Bremen oft sehr lange nach geeignetem Bauland. Wenn Sie ein Haus bauen möchten und noch kein Grundstück haben, bietet ein Bauträger das Komplett-Paket. Der Bauträger hat Baugrundstücke, plant das Haus mit Ihnen und setzt den kompletten Bau für Sie um. So überspringen Siedie Suche nach einem geeigneten Grundstück. Er stimmt die Gewerke auf der Baustelle aufeinander ab und kümmert sich um die Baustoffe. Deswegen ist der Vertrag, den Sie mit dem Bauträger abschließen, eine Mischung aus Werkvertrag und Kaufvertrag. Betrachten Sie den Bauträger als Auftragsfertiger für Häuser: Er hat Grundstück, Materialien und Arbeitskraft, Sie haben die Vorstellung von Ihrem Traumhaus. Wie ein Bauträgervertrag aussieht, ist im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt.

Unser Tipp: Auch Fertighäuser sind heute viel besser als Ihr Ruf. Wenn Sie ein Fertighaus kaufen und bauen lassen wollen, gibt es viele Möglichkeiten, zu individualisieren. Zudem bestehen Fertighäuser heute keineswegs mehr aus minderwertigen Materialien. Deswegen sind sogar erste prestigeträchtige Bürogebäude heute aus Fertigmodulen erstellt. Für viele Bauherren sind Fertighäuser die deutlich günstigere Variante, ein Haus zu bauen und damit den Traum von den eigenen vier Wänden wahr werden zu lassen.

Bauträger
Setzt ein Bauträger meine Wünsche beim Hausbau um?

Der Bauträger übernimmt fast alle Aufgaben, die ansonsten der Bauherr übernehmen müsste. Denn wenn Sie einen Bauträger beauftragen, ist dieser auch ganz offiziell der Bauherr. Von allen Bau-Alternativen (Architekt, Generalunternehmer, Fertighaus) bietet der Bauträger das umfangreichste und für Sie „bequemste“ Paket.

Artikel lesen

Eine Orientierung: Was kann ein Hausbau kosten?

Die kurze Antwort: Ein Quadratmeter Wohnhausbau kostet je nach Lage zwischen 1.300 Euro und 2.000 Euro. Das Grundstück dazu kostet durchschnittlich pro Quadratmeter in Deutschland 188 Euro. Was ein Hausbau kosten kann, variiert aber sehr, je nach Lage, Region und Umfang.

Die ausführliche Antwort:

Sie können es sich vielleicht schon denken: Je aufwendiger das Haus und je besser die Lage des Grundstücks, desto teurer das Gesamtprojekt. Aber es gibt Faustregeln. An denen können Sie sich zumindest grob orientieren.

Orientierungshilfe Baukosten

Die durchschnittlichen Baukosten stiegen in den letzten Jahren um 3 bis 4% an. Sie variieren pro Quadratmeter zwischen 1.300 Euro in moderaten Regionen (Sachsen-Anhalt) und 2.000 Euro in begehrten Regionen (Bayern). In Bremen sind es 2019 durchschnittlich 1400 Euro. Einen Überblick bietet die LBS in diesem Dokument auf Seite 67.

Das ist allerdings eine sehr grobe Orientierung, die von Durchschnittswerten ausgeht. Sie soll Ihnen lediglich ein grobes Gefühl für die Zahlen geben, wenn Sie Preisschilder für Grundstücke und Baukosten in Ihrer Region anschauen. Gerade Lage und Größe verändern diesen Betrag deutlich nach unten oder oben.

Orientierungshilfe Grundstückskosten

2018 lag laut Statistischem Bundesamt der gesamtdeutsche Durchschnitt für einen Quadratmeter Bauland bei 188 Euro. Das würde für ein kleines Grundstück von 250 Quadratmetern folglich einen Grundstückspreis von 47.000 Euro bedeuten, ohne jegliche Nebenkosten. Da aber gerade der Wert des Grundstücks sehr abhängig von der Lage ist, gibt es eine genauere Orientierung: Das Bodenrichtwertinformationssystem.

Rechner rund um Ihre Immobilie

Einen Überblick über Immobilienkosten geben wir mit unseren Rechnern rund um Ihre Immobilie. Der Budgetrechner zeigt, was Sie sich leisten können, der Konditionsrechner kalkuliert Zahlen zum Darlehen, der Nebenkostenrechner ermittelt Kosten für Notar sowie Grundbuchamt und der Miet-/Kaufrechner vergleicht diese beiden Wohnformen.

zum Rechner

Das Bodenrichtwertinformationssystem: Was ist ein fairer Grundstückspreis?

Die kurze Antwort: Nutzen Sie das Bodenrichtwertinformationssystem als erste Orientierung zu Grundstückspreisen in Ihrer bevorzugten Lage.

Die ausführliche Antwort:

Haus bauen – BodenrichtwerteUnsere Erfahrung mit vielen verschiedenen Kunden zeigt: Ob ein Grundstückspreis gerechtfertigt ist oder nicht, ist eine Frage des Geschmacks. Möchte eine Käuferin unbedingt in einer bestimmten Lage wohnen, bezahlt sie mehr für ein Grundstück. Wie finden Sie also zuverlässig heraus, was ein angemessener Preis ist? Nur durch einen Vergleich mit bisherigen Käufen und Verkäufen in der von Ihnen gewünschten Lage. Eine Orientierungshilfe schafft regelmäßig der Gutachterausschuss Bremen. Der gibt die sogenannten Bodenrichtwerte für alle Bremer Stadtteile heraus. Der Bodenrichtwert ist ein Preis pro Quadratmeter, zugeordnet zu einer bestimmten Lage. Der Gutachterausschuss nennt die jeweiligen Lagen „Bodenrichtwertzonen“. Für diese Bodenrichtwertzonen können Sie jeweils einsehen, wie teuer ein durchschnittliches Grundstück pro Quadratmeter ist. Basis für diese Werte ist der durchschnittliche historische Kaufpreis von Grundstücken in dieser Lage.

Der Bodenrichtwert bezieht sich also immer auf ein

  • … unbebautes Grundstück,
  • … für diese Lage durchschnittlich stark nachgefragtes Grundstück,
  • … durchschnittlich entwickeltes und erschlossenes Grundstück.
bauraum Bremen
bauraum Bremen: Schnittstelle von Theorie und Praxis

Von der Dämmung bis zur Lüftungsanlage, vom Energiesparen bis zu effektivem Lärmschutz: Wenn es um die energetische Sanierung geht, ist der bauraum Bremen der richtige Ansprechpartner.

Artikel lesen

Der Bodenrichtwert ist die einzige Möglichkeit, ein Gefühl für Grundstückspreise in bestimmten Lagen zu bekommen. Bei den jeweils einzelnen Grundstücken in der Lage können noch Erschließungsbeiträge anfallen, oder jemand ist bereit, viel mehr für diese Lage zu zahlen – das kann immer passieren. Der Bodenrichtwert ist nur das Resultat der vergangenen Nachfrage nach dem Grundstück.

Über das Bodenrichtwertinformationssystem sind die Grundstückspreise öffentlich einsehbar.

Die Bodenrichtwertzonen sind nach Lage und Bebauung ausgewählt und relativ klein. Die im Bild gezeigte Gemarkungsnummer 040000 bezieht sich zum Beispiel nur auf ein paar Straßenzüge im Stadtteil Bremen-Findorff. Das Datenblatt der jeweiligen Zonen enthält unter anderem:

  • den durchschnittlichen Preis pro Quadratmeter, den bisherige Käufer gezahlt und bisherige Verkäufer verlangt haben,
  • Angaben darüber, ob die Fläche eine Wohnfläche ist oder für Gewerbe, Forstbetrieb, Landwirtschaft oder Sondernutzungen zugelassen ist,
  • Hinweise dazu, ob das Grundstück schon erschlossen ist oder ob eine Erschließung noch aussteht und entsprechende Kosten für den Bauherren anfallen.

Für den individuellen Wert von Grundstücken ist wichtig:

  • Wie ist der Zuschnitt des Grundstücks: quadratisch, rautenförmig?
  • Gibt es Gefälle im Grundstück, ist es eine Hanglage?
  • Gehören Flurstücke zum Grundstück?
  • Ist das Grundstück schon komplett ausgenutzt oder kann man da noch bauen?
  • Ist das Grundstück in einem denkmalgeschützten Bereich und was steht in der entsprechenden Denkmalbereichssatzung?
  • In welcher Lärmzone befindet sich das Grundstück?
  • Wie sind die Boden- und Grundwasserverhältnisse auf dem Grundstück?
Hausbau: Wen brauche ich, um mein Traumhaus zu verwirklichen?
Wer hilft mir auf dem Weg ins brandneue Eigenheim?

Wer sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen will, muss gut planen – und braucht die Hilfe von anderen für die Umsetzung des Bauvorhabens. Eine Liste mit den wichtigsten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern für das Projekt Traumhaus.

Artikel lesen
Bauzins: Haus auf Geldscheinen mit Schlüsseln mit Wolken im Hintergrund
„Baugeld wird weiterhin günstig bleiben“

Wie hoch sind die Zinsen? Wie sehen die Prognosen für die Zukunft aus? Wer mit dem Gedanken spielt, eine Immobilie zu erwerben, beschäftigt sich über kurz oder lang mit den Bauzinsen, auch Hypothekenzinsen genannt.

Artikel lesen

Das kommt noch obendrauf: Mit welchen Nebenkosten muss ich rechnen, wenn ich ein Haus baue?

Die kurze Antwort: Einige Grundstücke müssen Sie erst räumen, erschließen und vermessen lassen. Dazu kommt die Dienstleistung des Architekten oder Bauträgers.

Die ausführliche Antwort:

In vielen Beratungsgesprächen merken wir, dass potenzielle Bauherren die Nebenkosten unterschätzen. Ein Grundstück ist aber nicht immer die fertige grüne Wiese, an die wir dabei so gerne denken. Die gute Nachricht: In vielen Fällen können Sie einen Teil dieser Hausbau-Kosten von der Steuer absetzen.

Die Gebühren für das Räumen des Grundstücks

Räumungsgebühren fallen an, wenn Bäume oder Schutt von einem Baugrundstück geräumt werden müssen. Sie können mit dem Käufer vereinbaren, dass er das Grundstück vor der Übergabe räumen lässt. Willigt der Käufer nicht ein, lassen Sie sich über die Räumungsgebühren einen Kostenvoranschlag geben. Immer wieder hören wir von Fällen, in denen Käufer zwar einen niedrigen Preis für ein Grundstück bezahlt haben, die Räumungsgebühren dann aber sehr hoch waren.

Baufinanzierung

Die Sparkassen-Immobilienfinanzierung macht den Bau, den Kauf oder das Modernisieren einfach. Profitieren Sie von flexiblen Laufzeiten und einer schnellen Bearbeitung Ihres Antrages.

Termin vereinbaren

Die Kosten für das Erschließen des Grundstücks

Unter die Erschließung fallen zum Beispiel folgende Maßnahmen:

  • Wasseranschlüsse an das Grundstück legen
  • Gasanschlüsse an das Grundstück legen
  • Stromversorgung sicherstellen
  • Straßen und Fußwege errichten – alleine für den Brandschutz braucht es eine geeignete Straße zu jedem Gebäude

Wenn Sie nicht sicher sind, ob das Grundstück erschlossen ist, hilft das Bauamt oder ein Sachverständiger. Erschließungsgebühren variieren stark von Lage zu Lage und von Stadt zu Stadt. Einzige Orientierung: Je „unerschlossener“, desto teurer wird es, etwa wenn noch die komplette Straße fehlt oder die nächste Hauptanschlussstelle für die Wasserversorgung besonders weit weg ist.

Die Kosten für das Vermessen des Grundstücks

Ergebnis der Vermessung ist ein amtlicher Lageplan des Grundstückes und ein objektbezogener Lageplan, der das zukünftige Gebäude mit einbezieht. Die Messungen muss ein staatlich anerkanntes Vermessungsbüro machen. Alle Dienstleistungen und Pläne inklusive Vermessungsunterlagen kosten in der Regel zwischen 2000 und 3000 Euro.

Die Kosten für den Architekten

Haus bauen – Architekt
Ein Architekt vertritt Ihre Interessen als Bauherr. Entweder gegenüber dem Bauunternehmer oder gegenüber dem Bauträger. Getty Images

Ein Architekt kostet grob 10-15 % der Gebäudekosten. Darin enthalten sind alle Leistungen des Architekten inklusive Fahrtkosten und erstellte Pläne. Architekten unterliegen einer sehr streng kontrollierten Berufsordnung. Niemand darf sich Architekt nennen, der nicht in die Architektenkammer aufgenommen wurde. Für die Aufnahme in die Architektenkammer reicht ein Architekturstudium nicht aus. Das ist gut, denn dann wissen Sie genau, wenn Sie mit einem eingetragenen Architekten sprechen. Er ist Ideengeber, Planer und unabhängiger Baubeobachter. Der Architekt ist auch die Brücke zwischen Ihnen als Bauherr und den sogenannten Fachplanern der jeweiligen Gewerke auf der Baustelle. Der eingetragene Architekt ist auch der Einzige, der einen Bauantrag beim Bauamt vorlegen darf.

Gerade wenn Sie einen Bauträger beauftragen, ist ein Architekt als zusätzlicher Bauüberwacher sinnvoll. Der Architekt ist neutral und kann kritischer prüfen, was auf der Baustelle passiert.

Der Architekt haftet auch für Baumängel. Zeigen sich im Nachhinein gravierende Mängel am Haus und der Bauträger ist womöglich sogar insolvent, springt die Versicherung des Architekten ein.

Das Honorar eines Architekten richtet sich streng nach der HOAI, der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure.

Auf das Unvorhersehbare vorbereitet sein: Welche Versicherungen brauche ich, wenn ich ein Haus baue – und danach?

Wer sich den Traum vom eigenen Haus erfüllt, übernimmt Verantwortung. Und zwar mehr als nur die Verantwortung einer Baufinanzierung. Bauherren und Hausbesitzer haben Verantwortung gegenüber Dritten, etwa Bauarbeitern, Anwohnern oder vorbeikommenden Passanten. Gegen diese Verantwortung können Sie sich versichern.

Wenn Sie mit einem Bauträger bauen, kümmert der sich um viele Versicherungen selbst.

Wohneigentum absichern

Wenn Ihr Wohnraum Schaden nimmt, sollte Ihr finanzielles Fundament nicht gleich mit einstürzen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Eigenheim durch die richtigen Versicherungen schützen – und unnötige finanzielle Risiken vermeiden. Jetzt direkt einen Termin mit einem unserer mobilen Versicherungsmakler vereinbaren. Dabei wählen wir aus 160 Versicherern das für Sie passende Angebot aus.

s-mobile

Übersicht: Die wichtigsten Versicherungen für den Hausbau

BauherrenhaftpflichtDer Bauherr haftet für alle Schäden, die Personen im Zusammenhang mit dem Bauprojekt zugefügt werden. Baustellen sind typische Unfallorte, sowohl für Beteiligte als auch für unbeteiligte Fußgänger oder Anwohner an der Grundstücksgrenze. Herabfallende Schraubendreher, übersehener Bauschutt – schon ist ein Unfall passiert. Alle diese Schäden deckt eine Bauherrenhaftpflicht ab. Von den ersten Planierarbeiten bis zum letzten Stein.
Wohngebäudeversicherung (Hier mehr zur Gebäudeversicherung.)Die Wohngebäudeversicherung ist die Versicherung für das Haus selbst, wenn es fertig gebaut ist. Sie verhindert, dass Wohneigentümer vor einem finanziellen Desaster stehen, wenn ihr Haus durch unvorhergesehene Ereignisse Schaden nimmt. Die Wohngebäudeversicherung übernimmt Schäden durch Feuer, Leitungswasser und Sturm. Sie umfasst auch Kosten, die entstehen, wenn Sie das Gebäude abreißen, absichern lassen oder (auf-)räumen müssen. Die Wohngebäudeversicherung können Sie meist individuell anpassen. Sollen Starkregen, Überschwemmung oder gar Erdbeben auch abgedeckt sein, oder leben Sie in einer Region, in der das so gut wie nie vorkommt? Hier hilft es, sich historische Wetterdaten anzuschauen.
BauwesenversicherungDie Bauwesenversicherung versichert alle Baustoffe, Bauteile und Bauleistungen des versicherten Gebäudes gegen unvorhersehbare Schäden während der Bauphase. Das betrifft vor allem Unwetter und Vandalismus. Auch Diebstähle, die in Verbindung mit Beschädigungen geschehen, sind durch die Bauwesenversicherung abgedeckt. Die Versicherung ist ratsam und geeignet sowohl für den Roh- und Ausbau als auch für Umbauten.
Bauhelfer-UnfallversicherungWenn Freunde oder Verwandte auf Ihrer Baustelle helfen, brauchen Sie eine Bauhelfer-Unfallversicherung. Die zahlt bei Verletzungen – auch bleibenden Beeinträchtigungen von privaten Bauhelfern – durch Unfälle auf der Baustelle. Private Bauhelfer müssen Sie übrigens außerdem bei der Berufsgenossenschaft anmelden.
Haus- und GrundbesitzerhaftpflichtDie Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht ist ein klassische Haftpflichtversicherung, die auf Hauseigentum und Grundstückseigentum ausgeweitet ist. Wenn Sie Ihr Wohneigentum vermieten, zahlt die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht für Schäden, die Dritte auf dem Grundstück oder durch das darauf stehende Haus nehmen. Ein Beispiel wäre ein Unfall durch den schlecht instand gehaltenen Gehweg vor dem Gebäude oder eine herabstürzende Dachpfanne.

Welche energetischen Mindeststandards gelten, wenn ich ein Haus bauen möchte?

Die kurze Antwort: Der spätere Energieausweis des Hauses basiert auf der Energieeinsparverordnung (kurz EnEV). Die legt Maximalwerte fest, zum Beispiel für den Transmissionswärmeverlust und den Primärenergiebedarf.

Haus im Grünen
Alte Gebäude bringen oft hohe Kosten mit sich – für Bewohner und die Umwelt

Wer in einem alten Haus wohnt, hat oft mit hohen Nebenkosten zu kämpfen. Vielfach ist das Gebäude nicht gut isoliert oder Fenster und Türen entsprechen nicht dem aktuellen Standard. Das kostet nicht nur viel Geld, sondern ist auch schlecht für die Umwelt.

Artikel lesen

Die ausführliche Antwort:

Für Bauherren ist hier die Energieeinsparverordnung (EnEV) maßgeblich. Sie gilt in ihrer jetzigen Fassung seit 2014. Die schlechte Nachricht: Sie ist recht schwierig zu interpretieren und macht wenige absolute, klare Vorgaben. Die EnEV teilt Gebäude in eine Energieeffizienz-Skala von A+ bis H ein, wobei A+ der beste Wert ist.

Die Energieeffizienzklasse ist Pflichtangabe in Immobilieninseraten. Wollen Sie Ihr Haus irgendwann einmal verkaufen oder vermieten, ist die EnEV also wichtig.

Haus bauen – Energieausweis
Der Energieausweis einer Immobilie basiert auf der EnEV. Getty Images

Und nicht nur deswegen sollten Sie unbedingt mit der EnEV im Hinterkopf bauen – auch Ihre Nebenkosten sind kleiner, wenn Ihr Haus energieeffizient ist. Dabei gibt es zwei besonders wichtige Werte.

  • Der Transmissionswärmeverlust beschreibt, wie viel Wärmeenergie über die Außenhülle des Gebäudes verloren geht. Es gibt für diesen Wert je nach Lage, Größe und Art des Gebäudes einen Maximalwert für Neubauten. Ganz praktisch erreichen Sie einen niedrigen Transmissionswärmeverlust vor allem durch gut gedämmte Fenster, Decken, Dach und Wände.
  • Auch für den Primärenergiebedarf gibt es maximal zulässige Obergrenzen. Der Primärenergiebedarf ist die Energie, die nötig ist, um Energie zu gewinnen, zu verteilen und im Gebäude umzuwandeln. Entscheidend für den Maximalwert sind der Dämmstandard des Gebäudes, die Heiztechnik und die genutzten Energieträger. Bei der Berechnung des Primärenergiebedarfs bewertet die EnEV zum Beispiel Öl und Gas mit dem Faktor 1,1, aber Nah- und Fernwärme mit dem Faktor 0.

Die zulässigen Maximalwerte der EnEV hängen oft damit zusammen, ob Sie beim Neubau auf erneuerbare Energien setzen. Das bedeutet: Wenn Sie fossile Brennstoffe nutzen, müssen Sie noch stärker dämmen, um insgesamt auf einen guten Energieeffizienzwert zu kommen. Das sollten Sie vor dem Neubau mit dem Architekten oder Bauträger besprechen.

Jetzt haben Sie als zukünftige Bauherrin erste Antworten auf wichtige Fragen. Wir hoffen, mit dieser Orientierung können wir Ihre Pläne für die Zukunft ein wenig voranbringen.

Sind Fragen offen geblieben? Dann melden Sie sich gerne bei uns. Wir kennen die Möglichkeiten einer Baufinanzierung und kennen den Immobilienmarkt in Bremen aus jahrelanger Erfahrung.

Ihr nächster Schritt

Finden Sie Ihr neues Zuhause im Sparkassen-Immobilienportal. Oder vereinbaren Sie einfach einen Termin mit Ihrem Berater in Ihrer Sparkasse vor Ort.

Termin vereinbaren

Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenspecials „Mein Zuhause“. Sind Sie interessiert an mehr Artikeln dieser Art? Schauen Sie sich unsere Sammlung von Beiträgen rund ums Thema an.

zum Themenspecial „Mein Zuhause“

Das könnte Sie auch interessieren

SPOT durchsuchen